Stipendien

Back on Track – Frauen für Frauen auf der Flucht

Sophia Ding, Doktorandin Wirtschaft (ETH) & Projektleiterin; Simone Rademacher, Doktorandin Mathematik (UZH) & Team

Das Potential von geflüchteten Frauen wird durch institutionelle und finanzielle Hindernisse gehemmt. Dem will «Back on Track» entgegenwirken. Unser Ziel ist es, die intellektuellen Fähigkeiten und die Kreativität geflüchteter Frauen zu fördern und so zu einem autonomen Leben und einer nachhaltigen Integration in die Gesellschaft zu führen.

Viele junge Frauen mussten auf der Flucht nicht nur alles hinter sich lassen, sondern auch ihr Studium abbrechen. Damit aus einem Abbruch nur ein Unterbruch wird, bauen wir das Studien-Förderprogramm «Back on Track» auf, das sich damit neben die anderen Projekte SAOs in Griechenland einreiht. Mit unserer Unterstützung wollen wir es den Geförderten ermöglichen, ihre Hochschulausbildung abzuschliessen oder ein neues Studium aufzunehmen.

Back on Track ist das Studienförderprogramm von SAO Association und unterstützt weibliche Flüchtlinge auf dem steinigen Weg durch die tertiäre Bildung. Durch Mentoring und finanzielle Förderung soll die Möglichkeit zu female empowerment gegeben werden, das letztlich auch einen nachhaltigen Beitrag zur Integration und einem glücklichen Leben im neuen Heimatland leisten kann.

Im Jahr 2019 wird mit der Unterstützung der Stiftung der Evangelischen Gesellschaft die Pilotphase des Projekts durchgeführt, in der drei Frauen individuell auf Ihrem Weg begleitet und erste Erfahrungen gesammelt und für die Weiterführung ausgewertet werden können.

Ethik statt Etiketten: Frisch bedruckte Second-Hand-Statements

Michèle Chaloupka & Faina Mendoza Turcott, Kreativköpfe & Fairänderinnen

Fairändern ist ein Atelier und Laden im neu konzipierten, bunten FOGO-Areal. Es kombiniert Wohnraum für Flüchtlinge und junge Erwachsene in Ausbildung mit innovativer Gastronomie, Kleingewerbe, Kultur- und Bildungsangeboten. Ein Ort zum Wohnen und Arbeiten, Verweilen und Spielen, für Begegnungen und Veranstaltungen.

Das Konzept von Fairändern basiert auf unserem ausgeprägten Bedürfnis nach Gerechtigkeit gegenüber Mensch, Tier und Natur. Wir sprechen uns gegen jegliche Form von Ausbeutung und Diskriminierung aus und verfolgen das Ziel der Beendigung der Unterdrückung aller Lebewesen. Durch Fairändern mit seinen Produkten und Informationsmaterialien möchten wir über soziale, ökologische und speziesistische Missstände aufklären und ein Bewusstsein für diese Themen schaffen. 

Fairändern ist dabei kein gewöhnliches Kleider-, Schuh- und Kosmetikgeschäft. Mit Flexfolie drucken wir auf Secondhand-Kleidung Statements aus den Bereichen Tier- und Menschenrecht und Ökologie. Ob bei der Arbeit oder in der Freizeit: Trage dein (neues) Bewusstsein durch diese Botschaften nach aussen, um andere zu inspirieren!  

Unsere Schuhe sind nachhaltig und fair produziert und frei von tierischen Bestandteilen. Dasselbe gilt für unsere Körperpflegeprodukte.

Künftig möchten wir auch Informationsveranstaltungen organisieren und Schulungen anbieten.

SEI TEIL DER FAIRÄNDERUNG!

Erste Anlaufstelle: Schaukasten Integration

Kathrin Wild, Koordinatorin Freiwillige Bereich Asyl und Migration Hombrechtikon

In vielen Landgemeinden, ist es eine der grössten Herausforderungen, wie die Leute zu Informationen kommen.

Nicht alle sind vertraut im Umgang mit Websites. Viele verstehen die Sprache auf der Fülle der Aushänge nicht. Die Informationen verteilen sich über die ganze Gemeinde. Wie also das Passende finden, wenn jemand wenig finanzielle Mittel oder auch wenig Deutschkenntnisse hat, vielleicht aber auch einfach neue Begegnungen erleben möchte, unverbindlich, aber im Wissen, dass das gegenseitige Interesse vorhanden ist?

In diesem Projekt bauen wir an zentraler Stelle eine Info-Vitrine, so banal wie wirksam: Die Vitrine enthält Flyer von Angeboten, wo bei Bedarf Hochdeutsch gesprochen wird, die kostengünstig und niederschwellig sind. Flyer in einfacher Sprache mit wenig Text aus den Bereichen Kultur, Sport, Börsen, Deutschkurse, ebenso wie Hinweise auf Treffs wie Cafe international und Feste. Sie soll Menschen vernetzen , die an einem Miteinander interessiert sind, unabhängig von sozialem Status, Alter, Nationalität oder Religion.

Die Vitrine schützt Aushänge vor Wind und Wetter. Jede/r kann Aushänge vorschlagen. Eine Person trägt die Verantwortung. Der Kontakt dieser Person ist in der Vitrine ersichtlich. Sie wird an zentraler Lage in der Gemeinde stehen, möglichst in der Nähe von Einkaufsmöglichkeiten oder an einem Durchgangsweg, wo man beim Erledigen von Alltäglichem  vorbeikommt.

Das Projekt lässt sich in beliebigen Gemeinden realisieren. Standort und Verantwortung  muss den lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Das Pilotprojekt wird in Hombrechtikon realisiert und dann in weiteren Gemeinden vorgestellt.

Frauen-Armuts-Tour: 4 Sondertouren & eine neue Stadtführerin

Carmen Berchtold, Leitung Soziale Stadtrundgänge

Armut ist auch in der reichen Schweiz und in Zürich ein weitverbreitetes Phänomen. Betroffene kommen jedoch praktisch nicht zu Wort und haben keine Stimme. Deshalb bietet der Verein Surprise seit fast 5 Jahren die „Sozialen Stadtrundgänge“ an. Die Stadtführer erzählen als Expert/innen der Armut aus ihrem Leben und führen die Besuchergruppen an unbekannte Orte in der Stadt. Die Touren haben zum Ziel, die Besuchenden emotional, aber auch fachlich zu den oben genannten Themen zu sensibilisieren.

Ab Herbst 2019 wird in Zürich die erste Frauentour starten, um die Aspekte von Sucht, Obdachlosigkeit, Armut und Ausgrenzung aus weiblicher Sicht zu beleuchten. Bei der zukünftigen Frauenarmutstour wird vorausgesetzt, dass es spezifische Orte und Unterstützungsleistungen für Frauen bräuchte.

Daher wird Surprise im Herbst zusätzlich zu den regulären Touren vier Spezialtouren mit dem Fokus auf dem weiblichen Gesicht von Armut anbieten, bei denen auch die St.Anna-Kapelle der Stiftung EG eine Rolle spielen wird. Die Touren können von interessierten Menschen gebucht werden.

Demokratie-Werkstatt

Mirjam Staub, Europäische Ethnologin und Kulturwissenschaftlerin

Ziel des Projekts ist es, Jugendliche und junge Erwachsene, die in den letzten Jahren in die Schweiz geflüchtet sind, mit dem politischen System der Demokratie vertraut zu machen.

Diese jungen Menschen kommen oftmals aus Staaten, in denen sie keine Möglichkeiten der politischen Gestaltung haben. Das Verständnis für das Funktionieren und die Spielregeln eines demokratischen Systems soll zum Verständnis der politischen Prozesse in der Schweiz beitragen. Darüber hinaus soll es auch Erfahrungen und Begriffe und damit Werkzeuge bereitstellen, mit denen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen Prozesse in ihren Herkunftsländern analysieren können.

Gemeinsam mit Schweizer*innen und/oder Ausländer*innen, die schon länger in der Schweiz leben, möchten wir «Lern-Tandems» bilden. Zusammen erkunden diese anhand konkreter Fragen, wie demokratische Prozesse verlaufen und wo es Möglichkeiten geben kann, sich einzubringen.  In der Gruppe wird spielerisch das Einbringen von Argumenten und Positionen geübt und «Abstimmungen» zu Themen werden abgehalten. Vorgesehen ist ein Besuch eines lokalen Parlaments sowie ein Gespräch mit interessierten Politiker*innen.

Forum Junger Christen und Muslime

Anna Degen – Sekundarlehrerin, Burim Luzha – Sozialarbeiter (in Vertretung des Vereins)

Das „Forum junger Christen und Muslime“ ist ein ehrenamtlich geführter Verein, der interreligiöse Begegnungen zwischen Studierenden schafft.

Unsere Kernkompetenz liegt im christlich-muslimischen Dialog mit einer grossen Offenheit für alle Interessierten. Uns ist es ein Herzensanliegen, persönlich gehaltene Gespräche über den eigenen Glauben zu führen. Wir setzen uns dafür ein, dass die Menschen hinter den Überzeugungen sichtbar werden und dass wir aufhören, über „den Islam“ oder „das Christentum“ zu sprechen. Wir wollen die Vielfältigkeit von Religion aufzeigen – und die Schönheit, die darin liegt, wenn man religiöse Personen für sich sprechen lässt, anstatt über sie zu sprechen.

Wir lesen gemeinsam Koran und Bibel, besprechen Filme, besuchen einen muslimischen Friedhof oder organisieren Podiumsgespräche – was unsere Ressourcen und unsere Kreativität zulassen. Unser Ziel ist erreicht, wenn Menschen über unsere Abende hinaus die interreligiösen Freundschaften in ihrem Umfeld weiterleben und den eigenen Glauben immer wieder neu entdecken, hinterfragen und ihn in Worte fassen können.

Die Stiftung Evangelische Gesellschaft unterstützt die Dialogveranstaltungen des Vereins im Jahr 2019 sowie die Durchführung einer Tagung zu den Herausforderungen und Chancen interreligiösen Jugendarbeit.

Vielfalt (er-) leben

Ein interkulturelles Projekt 6 Studierender der FH für Sozialpädagogik Luzern

Stefanie Hefti, Julia Fischer, Laura Bürgin, Dominique Fischer, Ira Nicolay, Marc-Aurel Zurgilgen

Menschen mit Beeinträchtigung wünschen sich häufig mehr gesellschaftliche Teilhabe und Mitbestimmungsrecht, während es Menschen mit Fluchthintergrund an Berührungspunkten mit der Schweizer Kultur fehlt. Vielfalt (er-) leben ist eine Projektarbeit, die Menschen mit Beeinträchtigung und Menschen mit Fluchthintergrund zusammenführte. Besonders dabei war, dass die beiden Personengruppen benachbart sind, bis zur Projektdurchführung allerdings noch keine Berührungspunkte miteinander hatten.

Augenmerk des Projekts war es, die Teilnehmenden so weit als möglich in alle Entscheidungen sowie die Organisation des Projekts mit einzubeziehen. Während der durchgeführten Sequenzen – beispielsweise einem eigenständig geplanten, gemeinsamen Kochabend – entstanden für die Projektteilnehmenden sowie auch für uns als Projektgruppe immer wieder berührende Momente.